Konzept Details

DETAILS

 

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1.Bild: Als erstes wird die lineare Erzählstruktur des Filmes aufgebrochen. Der Film wird in einzelne Fragmente aufgesplittet und in eine chaotische Struktur überführt. Durch Verzerren und Modellieren der einzelnen Video Fragmente werden Klänge und Bewegung auf der Bühne ausgelöst. Historisches und assoziatives Material findet genauso seinen Eingang in die bestehenden Videosequenzen, wie auch die PerformerInnen, welche mittels einer Livekamera virtuell eingespeist werden können. Es entsteht eine Überhöhung, welche den Zuschauer als aktiven Teil des Ereignisses mit einbezieht.

 

2. Sprache: Der performative Sprechakt darf scheitern. Die Sprachebene des Dokumetarfilms wird übersetzt. Die daraus folgende Verschiebung wird sichtbar gemacht. Die PerformerInnen benutzen dazu die Iteration einzelner  Worte und Laute als Mittel. Die Stimme wird dabei zum Aufführungsort. Luftfluss und Speichel variieren zu spucken, blasen und singen. Die  entstehenden Lücken eröffnen neue Möglichkeiten den Inhalt auf sein Eindeutigkeit und sein soziales Kapital hin zu überprüfen. Diese Art von Performance versucht über die Geschlossenheit der Repräsentation hinauszugehen.

(…) es wird versucht das Diktat von Schrift und Sprache zu killen. (A. Artaud)

 

3.Bewegung: Jeder Körper ist geprägt durch Soziale und Ökonomische Erfahrungen, dadurch wird der Körper zu unserem Gedächtnis. Es gilt die verschiedenen Zeichensysteme und Gesten zu dechiffrieren und transparent zu machen.

Tanzen ist für mich Bewegung in Zeit und Raum. (M. Cunningham)

Ein Schnipsen mit den Fingern an den Hals bedeutet zum Beispiel “Zusammen einen saufen”, kann aber auch, bei leichter Variation (Schnipsen gegen den Kehlkopf)  “Ich werde dich töten” heißen. Durch Mimikry und Iteration werden diese Gesten aus bestehenden Zeichensystemen herausgelöst. Bewusste Verlangsamung, Beschleunigung und Repetition lassen wiederkehrende Zyklen sichtbar werden und eigene zeitliche Räume entstehen. Eindeutigkeit wird in Vielheit überführt.

 

4.Klang: Die Klangebene beruht auf einer offenen Struktur. Bestehende Klänge und Musik aus dem Film werden von einem Live-Instrumentalisten in eine neue Klangebene überführt. Es gilt eine eigenständige Musikalische Fläche zu schaffen welche O-Ton und Sprache mit einander verbindet. Der Musiker ist in der Lage die Bildwelten mittels Verzerrung und Klangmodulation zu beeinflussen und zu zerstören.

Die Stimme ist auch immer Aufführungsort (J. Schöllhorn)

 

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