Feldstörung

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Der Boden der Ukraine hat viele Zuschreibungen erfahren. Von der Kornkammer der Sowjetunion, den künstlichen Hungersnöten der Politik Stalins (Holodomor), über die Besiedlung von Brachland durch den Bau des Atomkraftwerkes Tschernobyl, das seit 1986 verstrahltes Land ist.  Während der Maidan-Revolution wird diese Gebiet zur militärischen Sperrzone erklärt. Es entsteht ein Freiraum, der den Ausgangspunkt der Performance bildet.

 

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SYNOPSIS:

Mehrere PerformerInnen finden sich auf einem Acker ein, um nach Spuren zu suchen. Dabei legen sie verschiedene Schichten und Geschichten frei. Sie untersuchen Haltungen und Verhaltungen zum Boden als Produktionsmittel, Projektionsfläche und politisches Territorium.

Basis der Performance stellen dokumentarische Filmaufnahmen aus der Ukraine 2014-2015 dar, welche das Verhältnis zwischen Boden, Religion und Politik von Tschernobyl bis Kiew untersuchen. Aus dem bestehenden Filmmaterial werden Bewegungsmuster, Sprache und Klänge extrahiert. Die PerformerInnen greifen diese  Elemente auf und überführen sie in eine haptische, sinnliche Erfahrung! In der Versuchsanordnung werden die Grenzen zwischen Dokumentarfilm und Performance untersucht, gängige Rezeptionsweisen aufgebrochen und auf ihren ideologischen Gehalt hin geprüft.

 

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KONZEPT:

Es gibt keine Fixpunkte im Raum (Albert Einstein)

Vor uns breitet sich ein Acker aus, welcher Spielfläche und Entstehungsherd zugleich ist. In seinen Sedimentschichten sind Geschichten und Mythen eingeschrieben. So gibt es keinen Anfang von Geschichte. Sobald das Bestehende zerstört, der alte Boden aufgebrochen ist um etwas Neuem Platz zu machen, treten die überlagerten Schichten ans Tageslicht. Die historischen und politischen Einschreibungen werden dadurch freigelegt.

Geschichte ist immer dort besonders wo eine Schichtung von verschiedenen Spuren, Einschreibung und Mythen  in der Gegenwart passieren.(Certeau)

Dokumentarfilm ist bislang durch die etablierten Aufführungsorte stets an bestimmte Rezeptionsweisen gebunden. Diese versetzen den Zuschauer in eine passive Betrachterrolle und lassen keinen direkten Dialog zu. Um ein unmittelbares Erleben für den Zuschauer möglich zu machen, brechen wir die bestehende Einheit von Ton, Bild, Schnitt und dem daraus resultierenden Narrativ auf. Der Fokus soll dabei auf Aspekte der Repräsentation gelenkt werden, hinter denen sich stets eine Herrschaftsgeste verbirgt. Dafür wird das bestehende Dokumentarmaterial aus der Ukraine, welches im Rahmen einer Initiative des ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) entstanden ist, in vier verschiedene Kategorien aufgeteilt: Bild, Sprache, Bewegung. und Klang.  Das Aufbrechen der Form soll ebenso die gängige eurozentristische Sicht auf die Ukraine als auch die damit verbundenen Narrative freilegen.

Trailer

Details

 

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